(Un)Kontrolliert Trinken l Erfahrung & Erfolgsmethode l

Kontrolliert Trinken – Erfahrung und Methode

... wie auch du das Baby schaukelst. 🙂

Darum geht es in diesem Artikel mit knapp 7 Minuten Lesezeit:

1. Persönliche Story zum Lachen und Weinen
2. Mein Selbsthilfekonzept
3. Warum kontrolliert Trinken nach Selbsthilfe unnötig ist
4. Fazit

 

Teil 1: Persönliche  Story mit (un)kontrolliertem Trinken

Kein Tag wie jeder andere

Es war Sonntag früh als es mir dämmerte. Mein Trinkverhalten war außer Kontrolle.

Am Vorabend war die Welt noch in Ordnung.

Mein Nachbar feierte Geburtstag und ich war eingeladen.

Obwohl mir nicht zum Feiern zumute war, entschied ich mich einen kurzen Höflichkeitsbesuch abzustatten.

Mit der Absicht zu gratulieren, ein Glas Sekt auf das Geburtstagskind zu trinken und nach spätestens einer halben Stunde wieder nach Hause zu gehen.

Gedacht, getan.

Um 22 Uhr verließ ich mein Haus in Richtung Nachbarhaus.

Die Feier war schon im vollen Gange, die Gäste vergnügten sich auf der Tanzfläche, am Buffet oder in heitereren Unterhaltungen.

Ich gratulierte und stieß mit einem Glas Sekt auf das Geburtstagskind an.

 

Hoppela ...

Plötzlich wurde ich jäh aus meiner Trinkstimmung gerissen.

Oh no.

Ich fand mich im Wohnzimmer meines Nachbarn wieder.

Allein.

Mit einem Glas Whiskey in der Hand.

Die Wanduhr zeigte  5 Uhr morgens an.

Alle anderen Gäste waren längst gegangen.

Der Gastgeber war vermutlich im Bett.

Ich schwankte nach Hause.

 

Der Tag danach

Als ich am nächsten Tag meinen Rausch ausgeschlafen hatte, war ich schlechter Laune.

Es war nicht der Kopf, der am schlimmsten schmerzte.

Ich war nicht in der Lage, eine Abmachung mit mir einzuhalten.

Mir selbst, dem wichtigsten Menschen in meinem Leben, konnte ich nicht vertrauen.

Zumindest nicht, wenn Alkohol im Spiel war.

Ich hatte es bereits bei anderen Anlässen wahrgenommen:

Wenn ich einmal angefangen hatte zu trinken, gab es kein Halten  mehr.

Kontrolliert trinken ging nicht.

Ich konnte einfach nicht aufhören.

Viele Fragen, keine Antwort

Schon damals nahm ich wahr, dass ich nicht nur trank wie ein Fass ohne Boden.

Sondern mich auch häufig so fühlte: Innerlich hohl und leer.

Jedoch konnte ich keinen Zusammenhang sehen, zwischen meinem unkontrollierbaren Trinkverhalten und jener mysteriösen inneren Leere.

Den Hintergrund meines seelischen Dilemmas konnte ich mir nicht erklären.

Ich tappte völlig im Dunkeln.

Damals.

 

20 Jahre später

… war ich in der Lage es zu erklären.

Die Ursachen für meine rätselhaften Leere, meine unersättliche Gier nach Rauschzuständen und mein ausuferndes Trinkverhalten waren gefunden.

Sowie Methoden, mich davon zu befreien.

Dank einiger glücklicher „Zufälle“, Begegnungen mit den richtigen Menschen zur richtigen Zeit und unzähligen Selbsthilfebüchern.

Der Alkoholfalle bin ich so rechtzeitig und mit großer Dankbarkeit entkommen.

Missen möchte ich die Jahre in seelischer Not nicht.

Auch denke ich heute, meine leidliche Vergangenheit war göttliche Fügung und kein ungerechtes Schicksal.

Denn ohne meine orientierungslosen Jahre im Nebel gäbe es heute die Plattform Selbsthilfe Alkoholproblem nicht.

Ich wäre nicht dazu in der Lage, Betroffene, die ähnlich fragend vor sich selbst, vor ihrer Gefühlswelt und vor ihrem Alkoholkonsum stehen wie ich einst, zu verstehen und sie auf ihrem Selbsthilfeweg zu begleiten.

Alles hat seinen Sinn.

Manchmal offenbart er sich erst Jahre oder Jahrzehnte später. 🙂

Was ich daraus gelernt habe

Die Erkenntnisse, die mir meine Fragen, warum man sich leer und elend fühlt und warum Alkohol für manche Menschen so attraktiv ist, beschert hat, haben mich tief erschüttert.

Nicht nur, weil die Gründe für Suchtanfälligkeit tragisch und unverschuldet sind.

Sondern weil Süchtige zu Unrecht verurteilt und geächtet werden und aus den Heilungsmethoden so ein großes Therapiegeheimnis gemacht wird.

Jedes Kind sollte wissen, dass Alkoholsucht niemals selbst verschuldet ist.

Die Ursachen sind in unverheilten traumatischen Erlebnissen in der Kindheit zu finden.

 

Ein kurzer Ausflug in die Psychologie

In den ersten 7 Lebensjahren wird das Fundament für eine emotional stabile, suchtfreie Persönlichkeit gelegt.

Entscheidend dafür ist ein liebevolles, sicheres Umfeld.

Das Fehlen einer fürsorglichen Umgebungen ist für Kinder traumatisch (Psychologen sprechen von Entwicklungstrauma) und mit negativen Folgen für die Psyche behaftet.

Es öffnet psychischen Krankheiten, Depressionen, Ess-Störungen und Süchten aller Art Tür und Tor.

Denn man sucht fortan im Außen, was einem im Inneren fehlt, weil man es nie erlebt hat: Stabilität, Liebe, Sicherheit, Zuversicht.

Es liegt also nicht an persönlichem Unvermögen, wenn man Schwierigkeiten damit hat kontrolliert zu trinken.

Sondern am Schicksal.

Das man als Erwachsener zum Glück selbst in die Hand nehmen kann. 🙂

Teil 2: Das Selbsthilfekonzept

Kontrolliert Trinken – Die Selbsthilfemethode

Schritt #1: Stelle die richtigen Fragen

Fragen, die man sich auf seinem Weg in ein Leben frei von Süchten und Trinkzwängen stellen will, sind:

1. Warum brauche ich eine bewusstseinsverändernde Substanz, um mich so zu fühlen, wie ich mich gerne fühlen will?

2. Wieso kriege ich das nicht allein hin?

3. Was muss ich tun, damit ich mich nüchtern so gut fühle wie unter Alkoholeinfluss?

 

Schritt #2: Finde die richtigen Antworten

Die Antwort, die ich für mich gefunden habe, lautet in Kurzform:

Weil aufgrund der kindlichen Prägung die Fähigkeiten zur emotionalen Selbstregulierung eingeschränkt sind und man dadurch in höchst unangenehmen Gefühlszuständen (oder Taubheit) feststeckt und allein nicht rausfindet.

Deshalb „sucht“ man nach Linderung, die einem Alkohol zuverlässig bringt.

 

Schritt #3: Ergreife die logischen Maßnahmen

Damit ist man dann auch schon bei der richtigen Selbsthilfemethode:

Der Weg in die Freiheit von Trinkzwang ist dafür zu sorgen, dass man nüchtern in seiner Wohlfühlzone bleibt und so die Gier nach Alkohol gar nicht erst aufkommt.

Das erreicht man dadurch, dass man seine kindliche Prägung nachträglich ändert und Traumata heilt.

Eine ausführliche Beschreibung der Ursachen und der Selbsthilfemethode findest du in der Blog-Rubrik und den nachfolgenden Artikeln:

  •   Heile Kindheit (mehr lesen ...)

  •   Alkoholsucht verstehen (mehr lesen ...)

  •   Alkoholsucht bekämpfen, die klügere Strategie (mehr lesen ...)

Eine Anleitung mit konkreten zu Übungen zur Selbsthilfe bei Alkoholabhängigkeit gibt es in meinem Kurs Endlich Alkoholfrei!

Aber jetzt erst mal weiter im Text. 🙂

Mit den sensationellen Veränderungen, die dich im Zuge deiner Selbstheilung erwarten. 🙂

Ich erzähle dir kurz, wie es bei mir war.

 

Selbstveränderung = Kein Drang mehr nach Alkohol

Nach der Auseinandersetzung mit mir selbst und mit meiner inneren Welt war nichts mehr in meinem Leben so, wie es einmal war.

Es war soooo viel besser.

Sämtliche Glaubenssätze, Denkprogramme und Verhaltensmuster, die mir nicht guttaten kamen auf den Prüfstand, wurden hinterfragt und verändert.

Es ging nicht von heute auf morgen.

Aber der Einsatz hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.

Meine innere Leere war weg.

Mein Leben war plötzlich ein freudiges Abenteuer und nicht länger eine Strapaze, die es auszuhalten galt.

Ich konnte wieder fühlen und mich begeistern.

Auf Jahre von Verwirrung und Orientierungslosigkeit, folgten endlich Klarheit und Sicherheit.

 

Neue Sichtweisen, neue Nüchternheit

Nüchternheit war nicht länger ein Zustand, vor dem ich flüchten wollte.

Nüchternheit war stimmig. War erfüllend. War genug.

Mit jedem weiteren Schritt zu mir selbst, fand ich mehr Gefallen an jener Geistesgegenwart, die man nur nüchtern hat.

Ich konnte das Leben wieder mit allen Sinnen wahrnehmen, Pläne schmieden und mich tatenfreudig an die Umsetzen machen.

Zum ersten Mal fühlte ich mich als Schmied meines Schicksals.

Und nicht länger als Opfer der Umstände.

 

Unabhängig leben = Selbstbestimmt leben

Zu lernen mein inneres Wetter selbst zu bestimmen, war meine Methode um ohne Alkohol ein heiteres Leben führen zu können.

Die Frage, wie man es einfädelt, kontrolliert zu trinken und übermäßigen Alkoholkonsum einzuschränken, stellte sich nach der Auseinandersetzung mit meiner inneren Welt nicht mehr.

Denn ich hatte weder Lust noch Drang Alkohol zu trinken.

Betroffene, die mit mir gearbeitet und den Weg der Selbstveränderung als Befreiungsweg aus der Alkoholfalle gewählt haben, sagen dasselbe.

Der Grund liegt auf der Hand:

Sind alte Wunden verheilt und man gelernt sich selbst emotional zu stabilisieren, dann braucht man Alkohol nicht mehr als Retter aus seelischen Schräglagen.

Man ist fähig, sich selbst innerlich in Balance zu halten.

Ab diesem Moment ist man nicht mehr anfällig für die Wirkung von Alkohol.

Teil 3: Kontrolliert Trinken - Wozu?

Warum kontrolliertes Trinken nach Selbsthilfe unnötig ist

Auf dem Weg in die neue Nüchternheit verabschieden sich die guten Gründe Alkohol zu trinken von allein.

Heute fällt mir kein einziges Argument mehr ein, weshalb ich ein Gift, das von der Leber mühsam abgebaut werden muss, trinken sollte.

Noch nicht einmal kontrolliert.

 

Grund 1: „Trinken wegen des Geschmacks“ ist weg

Geschmeckt hat mir Alkohol nie besonders, ich war vorrangig an der Wirkung interessiert.

Als ich ehrlicher mit mir selbst wurde, konnte ich es mir eingestehen.

Wer von sich glaubt, ein reiner Genusstrinker zu sein, sollte sich bewusst machen, dass wahrer Genuss nie in Kontrollverlust ausartet.

Nehmen wir ein Beispiel.

Sich am Duft einer Rose zu erfreuen ist ein Genuss.

Exzessiv für die folgenden 4 Stunden zwanghaft Rosenduft zu inhalieren ohne aufhören zu können, wäre merkwürdig.

Der Sache sollte man auf den Grund gehen.

Was das Beispiel verdeutlicht ist:  Wer Alkohol aus purem Genuss trinkt, hat kein Problem mit kontrolliertem Trinken und würde sich nicht mit der Frage beschäftigen, wie kontrolliert Trinken geht.

 

Grund 2: „Trinken wegen der Wirkung“ ist weg

Das Bedürfnis nach Alkohol war dem Wunsch nach geistiger Klarheit und Achtsamkeit im Umgang mit den eigenen Gefühlen gewichen.

Mir war klar geworden, dass negative Gemütszustände für die persönliche Weiterentwicklung ebenso wichtig sind, wie die aufleuchtende Tankanzeige im Auto fürs Weiterfahren.

Nicht verdrängen, sondern handeln lautet in beiden Fällen die Devise, um nicht (bildlich gesprochen) im Straßengraben liegen zu bleiben.

Spült man unerwünschte Emotionen mit Alkohol runter kann man sie nicht fühlen, nicht analysieren und auch nicht die richtigen Konsequenzen ziehen.

Das Leben kommt ins Stocken, man sabotiert sich selbst und Nüchternheit fühlt sich doppelt beschissen an.

… und schon  ist man wieder eine leichte Beute für bewusstseinsverändernde Mittelchen.

Habe ich daran Interesse?

Nö.

 

Grund 3: „Trinken, weil der Drang übermächtig ist“ ist weg

Der Drang nach Alkohol ist nicht mehr vorhanden.

Mein Leben ist heiter.

Heute bin ich  dazu in der Lage, für mein seelisches Wohlbefinden zu sorgen.

Ich suche nicht länger im Außen (nicht im Alkohol, nicht im Kontrollieren von Ereignissen) nach einer Veränderung meiner Stimmung oder meiner seelischen Verfassung.

Sondern am Ursprung: In mir. In meiner Sichtweise, in meinen Glaubenssätzen, meinen Denkmustern.

 

Grund 4: „Trinken wegen gesellschaftlicher  Erwartungen“ ist weg

Das Streben gesellschaftliche Erwartungen oder die Erwartung anderer zu erfüllen, ist nicht mehr oberste Priorität.

Zumal man ohnehin keinen Einfluss auf die Glückseligkeit anderer Menschen hat.

Innere Zufriedenheit ist ein Inside-Job.

Das gilt für alle Menschen.

Ob die Partygäste mich nüchtern gesellig finden, liegt an ihnen.

Nicht an mir.

Jeder erschafft sich das Wohlfühlleben im Arrangieren seiner inneren Welt.

 

Grund 5: „Trinken um in Schwung zu kommen“ ist weg

Heute kann ich den natürlichen Rhythmus von Anspannung und Entspannung genießen.

Ich kriege nicht gleich Panik, wenn der Körper im Regenerationsmodus ist und ich mal ein paar Tage keine Energie habe.

Denn der natürliche menschliche Ur-Zustand ist ein pulsierender Zustand.

Hat man sich genug entspannt, kommt der nächste Energieschwung von selbst.

Stellt es sich im eigenen Leben anders dar und fühlt man sich getrieben, dann hat man es mit "falschen Ichs" (=dysfunktionale Glaubenssätze, ein Nebenprodukt von unverheilten Traumata) zu tun.

Wie man sich davon befreit ist Teil des Kurses Endlich Alkoholfrei!

Teil 4:  Fazit

Kontrolliert Trinken - Mein Fazit

Mein Fazit zum Thema kontrolliert Trinken lautet:

Lieber berauscht leben, als sich am Alkohol berauschen.

Mein Leben ist seit über zwei Jahrzehnten komplett alkoholfrei.

Alkohol habe ich bis heute keine Träne nachgeweint.

Vielleicht hast du auch Lust, alte Wunden zu heilen, Selbstsabotage abzustellen und Genuss darin zu finden, du selbst zu sein?

Schließlich ist das Leben dazu da, um es zu leben.

Nicht um es auszuhalten.

Deine Kris


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