Kontrolliert Trinken oder Abstinenz?

Kontrolliert trinken oder Abstinenz? Dein Trinkmuster entscheidet.

Hier findest du DEINE Antwort

Bei der Frage „Kontrolliert trinken oder Abstinenz?“ scheiden sich die Geister.

Kaum eine Angelegenheit wird so kontrovers diskutiert, wenn es um Wege aus der Alkoholabhängigkeit geht.

Weil ich einst vor der gleichen Frage stand und heute Hilfe zur Selbsthilfe meine Mission ist, will auch meinen Senf dazugeben. 🙂

In der Form, dass du am Ende dieses Artikels SELBST in der Lage bist zu entscheiden, ob du den Weg kontrolliert Trinken oder Abstinenz einschlagen willst.

Und wie du die in beiden Fällen die Kurve kriegst.

Ohne dabei aus der Kurve zu fliegen.

Lasse dich überraschen. 🙂

Die 5 Minuten Lesezeit lohnt sich.

 

Kontrolliert Trinken oder Abstinenz? Stelle dir DIESE Frage zuerst

Um herauszufinden, ob FÜR DICH kontrolliert Trinken oder Abstinenz das bessere Ziel ist, willst du dein Trinkmuster unter die Lupe nehmen.

Eine einfache Frage hilft dir bei der Analyse deines Trinkverhaltens.

Nämlich:

WOZU benutze ich Alkohol?

Dass du Alkohol nicht primär zum Fenster putzen verwendest ist schon klar. 🙂

Sonst wärst du nicht hier.

Gemeint ist:

Welchen Zweck (bewusst oder unbewusst) verfolge ich, wenn ich Alkohol trinke?

Mach den nachfolgenden Quick-Check, dann wird klar, was es zu erkennen gilt.

Quick-Check: Was ist mein Trinkzweck?

A, B oder C?

Falls du dir nicht sicher bist, was gemeint ist, dann klicke auf das Plus-Zeichen (+) rechts am Balken.

Es öffnet sich eine kurze Erklärung mit Beispielen.

A: Die pure Gaumenfreude.

Trinke ich, um mich am Geschmack von Alkohol zu ergötzen?

Schätze ich es, entspannt ein Glas Alkohol zu genießen?

Kann ich nach einem Glas aufhören?

Verzichte ich lieber ganz auf Alkohol, wenn ich im Stress  oder unausgeglichen bin, weil dann Alkohol nicht genießen kann?

In dem Fall anzunehmen, dass du tatsächlich nur wegen des Genuss Alkohol trinkst.

B: Die angenehme Wirkung von Alkohol auf meine Stimmung.

Trinke ich, um in eine andere, möglichst bessere Stimmung zu kommen?

Nutze ich Alkohol zum Beispiel, um

•    abzuschalten

•    Energie zu tanken

•    mich zu entspannen

•    in Schwung zu kommen

•    mich emotional  zu beruhigen

•    mich zu entstressen und wieder "runterzukommen"

•    Geselligkeit intensiver erleben zu können

•    mich nach einem harten Arbeitstag zu belohnen

•    mir gefühlt "etwas Gutes" zu tun

•    negative Gedanken und Gefühle loszuwerden

C: Beides. Genuss und Wirkung.

Für mich trifft beides zu.

Mir schmeckt Alkohol gut und die Wirkung ist mir willkommen.

Quick-Check Auswertung

Du hast deine Antwort gefunden?

Perfekt. 🙂

 

Zweck A: Trinkmuster Genuss

Klasse, dass du dich am Aroma von Alkohol ergötzen kannst.

Als reiner Genusstrinker bist du bei Programmen für kontrolliertes Trinken richtig.

Dort bist du besser aufgehoben als hier.

Auf dem Gebiet, wie man als reiner Genusstrinker die Kontrolle über sein Trinkverhalten zurückerobert, fehlt es mir an Erfahrung.

Ich war volle Lotte "Wirkungstrinker" und meine Erfahrung zur Selbsthilfe liegt in diesem Bereich.

(Nebenbei, Wirkungstrinker ist ein beschreibender Begriff und kein wissenschaftlicher. Mir geht es darum, die Message verständlich rüberzubringen, wie du dir selbst helfen kannst.)

 

Zweck B: Trinkmuster Wirkung  oder Zweck B & C

Du trinkst nur oder auch wegen der Wirkung?

Respekt für deine Ehrlichkeit!

Dann bist du hier richtig. 🙂

Benutzt man Alkohol um seine emotionale Verfassung zu regulieren, dann braucht (poetisch formuliert) die eigene Seele Hilfe.

Andernfalls wäre man nicht genötigt, an seiner Gefühlslage mit Alkohol herumzuschrauben.

Die erlebte Nüchternheit wäre gut, wie sie gerade ist und wenn nicht, wüsste man damit ohne Alkohol umzugehen.

Was, wenn Gier nach Alkohol unkontrollierbar ist?

In dem Fall ist Alkohol NICHT das Problem.

Sondern das Symptom – die Signallampe, die auf ein Problem hinweist.

Das eigentliche und ursächliche Problem ist:

Die fehlende oder eingeschränkte Fähigkeit zur emotionalen Selbstregulierung.

Damit gemeint ist:

Der richtige Umgang mit seinen Gefühlen.

Richtig im Sinne von: Man kann fühlen ohne von seinen Gefühlen beherrscht zu werden.

Hat man die Sache mit der Selbstregulierung (Achtung, nicht Unterdrückung) drauf, ist man fähig in jeder Lebenslage besonnen zu reagieren, das Richtige zu tun und dafür zu sorgen, dass man in seinem Wohlfühlzustand bleibt.

Egal ob es sich um alltägliche Kleinigkeiten handelt. Oder um dicke Dinger, die das Leben immer mal wieder präsentiert.

Emotionale Selbstregulation - Der Erfolgsfaktor bei kontrolliertem Trinken

Die Kunst, souveränen mit seinen Gefühlen umgehen zu können, ist entscheidend für den Erfolg, um von Alkohol gänzlich unabhängig werden.

Interessanterweise ist die Kunst der emotionalen Selbstregulierung  NICHT angeboren.

Es ist eine Fähigkeit, die erlernt werden muss wie das Sprechen einer Sprache.

Man lernt den Umgang mit Gefühlen, genau wie Sprechen, in der Kindheit.

Das belegen Studien aus der Psychologie.

 

Frage dich selbst

•  Fällt es mir schwer kontrolliert zu trinken oder abstinent zu bleiben?

•  Leide ich unter meinen eigenen Stimmungsschwankungen?

•  Bin ich alkoholabhängig?

... dann sind die Studien des amerikanischen Psychologen Harry Harlow ein Augenöffner!!!

Mit seinen Affenexperimenten machte er auf erschütternde Weise deutlich, dass die Entwicklung einer gesunden, stabilen und suchtfreien Persönlichkeit nicht angeboren oder genetisch bestimmt ist.

Hier findest du eine kurze Zusammenfassung seiner Forschungsergebnisse:

Die Affenexperimente von Harry Harlow

Harry Harlow war ein amerikanischer Psychologe und Verhaltensforscher.

Anhand von Experimenten mit kleinen Rhesusaffen, die Menschen in ihren Empfindungen und ihrem Sozialverhalten sehr ähnlich sind, wollte er die Bedeutung von Mutterliebe für die Entwicklung der Neugeborenen erforschen.

 

1. Das Experiment

Er nahm neugeborene Rhesusäffchen ihren leiblichen Müttern weg und lies sie allein in einem Käfig aufwachsen.

Lediglich mit einer "Drahtmutter" als Gesellschaft, welche die Größe und Form der Affenmutter hatte. Dort konnte sich der kleine Affe seine Flaschennahrung holen.

Zusätzlich zur Isolation und fehlender mütterlichen Fürsorge versetzten der Forscher und sein Team die kleinen Babys immer wieder in Angst und Schrecken, die sich dann verzweifelt an das Drahtgestell klammerten, ohne wirklich Schutz oder Beruhigung zu finden.

So wuchsen sie nicht nur ohne Liebe auf.

Sondern auch gänzlich ohne das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

 

2. Die unmittelbaren Folgen

Sämtliche Rhesusäffchen, die im psychischen Dauerstress aufwachsen mussten, zeigten massive Störungen im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung.

Sie verfügten über eine stark reduzierte Lernfähigkeit, wenig Interesse an Exploration (Erforschung der Umwelt), geringe Problemlösefähigkeit, schwierigeres Sozialverhalten und vor allem große Schwierigkeiten in der Regulation ihrer Gefühle.

 

3. Die langfristigen Folgen

Weiter Konsequenzen konnte bei Experimenten von Harry Harlow an den Rhesusaffen beobachtetet werden:

Alle Affen, denen es in der Kindheit an Wärme, Schutz und Liebe fehlte, zeigten auch noch im Erwachsenenalter intensive Angstreaktionen, unkontrollierte aggressive Ausbrüche gepaart mit Phasen völliger Apathie.

Allesamt wurden sie bei kleinsten Veränderungen in ihrer Umwelt regelrecht von ihren Gefühlen übermannt.

Sie waren, anders als Affen in Freiheit mit echten, fürsorglichen Müttern, nicht fähig, sich allein zu emotional zu regulieren.

Und noch eine Verhaltensstörung manifestierte sich bei den misshandelten Äffchen.

 

4. Die Folgen für die nächste Generation

Wurden die gequälten Affenbabys später selbst Mutter, wiederholte sich das erfahrene Drama.

Ihren Kindern widerfuhr ein nicht minder traumatisches Schicksal.

Die in seelischer Einsamkeit aufgewachsenen Affenweibchen waren nicht fähig, ihrem eigenen Nachwuchs Geborgenheit zu schenken.

Sie neigten sogar dazu ihre Nachkommen körperlich anzugreifen und zu misshandeln.

Welche 2 Hammer-Erkenntnisse liefern Harrys Affenexperimente?

Halt dich fest, dieses Wissen ist das Ticket in die Unabhängigkeit von Alkohol.

Und die damit verbundene Entscheidungsfreiheit und Chance, ob man kontrolliert trinken beziehungsweise Abstinenz in den Griff bekommt.

 

Hammer-Erkenntnis 1:

Die Fähigkeit zur emotionalen Selbstregulierung ist  NICHT angeboren.

Sondern angelernt.

Andernfalls hätten nur einige der isolierten Affenbabys Probleme gehabt und nicht alle.

 

Hammer-Erkenntnis 2:

Die Fähigkeit zur emotionalen Selbstregulierung ist FUNDAMENTAL für ein SUCHTFREIES Leben

Ohne Fähigkeit zur emotionalen Selbstregulierung ist man zwar überlebensfähig.

Wirklich erquicklich ist das Leben jedoch nicht.

Das Leben ist gefühlt härter, als für andere Menschen, die nicht suchtanfällig sind und deren emotionale Grundbedürfnisse in der Kindheit befriedigt wurden.

Die Crux ist, es fällt einem selbst nicht auf, dass man die Welt anders erlebt.

Wie auch?

Man kennt das Leben ja nur aus seiner Sichtweise und vor dem Hintergrund der unerbetenen Limitierungen.

Was Menschen mit emotionalem Handicap und Alkoholabhängigkeit wohl auffällt ist:

Booaaa, mit Alkohol im Blut fühlt sich das Leben um Klassen besser an.

Falls du dich wiederfindest - Herzlich Willkommen im Club. 🙂

Kontrolliert Trinken oder Abstinenz? Eine Empfehlung

Meine Empfehlung an alle "Wirkungstrinker" lautet daher:

Stelle die Frage "Kontrolliert Trinken oder Abstinenz" für den Augenblick nach hinten.

Lerne statt dessen zuallererst dich emotional selbst zu regulieren.

Dazu holst du dir am besten Hilfe.

Denn anders, als man vielleicht meint, fängt der Heilungsweg nicht mit Kontrolle, sondern beim Zulassen von Gefühlen an.

Genau dafür gibt es dann spezielle Kurse wie meine.

Je besser du darin wirst, dir selbst ein liebevolles emotionales Zuhause zu geben, umso weniger Drang nach Alkohol wirst du verspüren.

Am Ende deiner Selbstheilung wird sich die Frage: "Kontrolliert Trinken oder Abstinenz?" nicht mehr stellen.

Warum?

Weil die Gier nach Alkohol, die de facto (tatsächlich) eine Gier nach innerer Stabilität ist, nicht mehr vorhanden ist.

Du hast gelernt, wie du dir selbst und deinen Gefühlen ein wohliges Nest schaffst.

Kurzanleitung aus dem Dilemma "Kontrolliert Trinken oder Abstinenz?"

Wenn du für dich erkannt hast, dass Alkohol dir hilft in eine bessere Verfassung  zu kommen, dann tue Folgendes:

1. Atme tief durch

2. Drück dich liebevoll und erinnere dich, dass das Streben nach seelischem Wohlbefinden so natürlich, so gesund und so unabschaltbar ist wie Atmen

3. Hole Versäumtes nach und lerne den liebevollen Umgang mit dir selbst und deinen Gefühlen

 

So klappt es

Dabei helfen können dir Therapeuten, Coaches und Kurse.

Bücher und Artikel lesen und ist auch gut.

Als Ergänzung.

Denn Lesen allein bringt keine Veränderung.

Kein Erdentummler hat je Schwimmen, Autofahren oder Bogenschießen durch Lesen gelernt.

Erst mit der Anwendung kriegt man den Bogen raus.

Deshalb heißt ja auch Übung macht den Meister.

Und nicht Lesen.  😉

 

Krempel die Ärmel hoch und los

Auch mein Selbsthilfeprogramm Endlich Alkoholfrei! ist darauf ausgelegt, Versäumtes nachzuholen und in die emotionale Stabilität hineinzuwachsen.

Aufschwatzen will ich dir meine Angebote aber nicht.

Welche Form der Anleitung für dich passend ist, sagt dir dein Bauchgefühl.

Du musst ihm nur folgen.

Also, nix wie los!

Unabhängig von Alkohol zu werden ist erst der Anfang deiner Mission auf Planet Erde.

Du bist hier, um ein berauschendes Leben zu führen.

Aber nicht im Suff. 🙂

Sondern um zu erblühen und um die Menschheit mit deiner Einzigartigkeit und deinen Gaben zu bereichern.

Die Welt freut sich darauf!

Deine Kris


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